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Die Gefahren des Link Disavowal Tools

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Google hat mit dem Link Disavowal Tool ein Tool zur Entwertung von unerwünschten Links vorgestellt. Das Tool ist in bestimmten Situationen hilfreich, es birgt aber auch einige Gefahren für die SEO-Arbeit.

Linkbuilding-Fehler aus der Vergangenheit können dank dem kürzlich vorgestellten Link Disavowal Tool einfacher denn je behoben werden und SEOs können auf neue Entwicklungen und Google-Updates schneller als bisher reagieren. Auf dem ersten Blick ist das neue Tool daher positiv zu bewerten. Doch für die SEO-Arbeit ist das Linkentwertungs-Tool auch mit Gefahren verbunden, die hier analysiert werden.

1.) Fehlentscheidungen bei der Linkentwertung

Die Unterscheidung von nutzbringenden Backlinks und potentiell schädlichen Backlinks ist eine komplexe und nicht immer eindeutige Angelegenheit. Dies birgt aus individueller Sicht eine  Gefahr: dass die falschen Links entwertet werden, die eingehende Linkstärke vermindert wird und die Website in den Suchmaschinen-Rankings fällt.

Doch noch interessanter als diese individuellen Gefahren sind die möglichen Auswirkungen auf die Arbeit der gesamten SEO-Branche.

2.) Google kann strengere Kriterien anwenden

Backlinks nehmen in den Rankings von modernen Suchmaschinen eine zentrale Rolle ein. Trotz des Aufkommens von Social Signals als Ranking-Faktor werden Suchmaschinen noch über Jahre hinweg auf Backlinks als Ranking-Faktor angewiesen sein.

Dieses Wissen nutzen viele SEOs aus, um die Rankings in den Suchmaschinen zu verbessern. Google kämpft daher mit immer schwerer Geschützen wie dem Penguin-Update gegen den künstlichen Aufbau von Backlinks. Diese Anti-SEO-Maßnahmen waren zu einem gewissen Grad erfolgreich, doch nach wie vor gibt es ausreichend Spielraum für SEOs.

Google stand bisher immer vor einem Dilemma: die derzeitigen Algorithmen erkennen viele SEO-Links noch immer nicht. Doch ein zu aggressiver Algorithmus zur Erkennung von SEO-Backlinks würde  auch zu false positives und damit unerwünschten Kollateralschäden führen.

Das  Link Disavowal Tools bietet Website-Betreibern die Möglichkeit, auch solche  Kollateralschäden wieder zu beheben. Google könnte daher  in Zukunft solche behebaren  Kollateralschäden in Kauf nehmen und Backlinks nach viel strengeren Kriterien bewerten.

Das bedeutet für die SEO-Arbeit: Der eigeninitiative Backlink-Aufbau  (im Gegensatz zum organischen Content-gestützen Backlink-Wachstum) wird ineffizienter. Die Anforderungen an einen Backlinks steigen – die Auswahl wird dadurch kleiner, Aufwand und Kosten zum Erhalt solcher Backlinks werden dadurch steigen.

3.) Google erhält wertvolle Daten über Linkquellen

Das Link Disavowal Tool richtet sich eindeutig an SEO-Experten. Der Link zum Tool ist bisher nicht direkt in den Google Webmaster Tools verlinkt – man muss also von der Existenz dieses Tools wissen. Und die Bedienung ist auch nicht gerade auf hohen Bedienkomfort ausgelegt – die ungültigen Links müssen zuerst in einer Datei zusammengestellt und hochgeladen werden anstatt alles über ein Interface zu erledigen.

Google gewinnt damit wertvolle Daten, welche Backlinks von SEO-Experten für schlecht oder schädlich eingestuft werden. Dies könnte Google in die Bewertung der Linkquellen einfließen lassen – denn SEOs wissen genau, welche Links von Google nicht gerne gesehen werden.

Zudem: wenn eine Website relativ häufig entwertet als Linkquelle wird, handelt es sich wahrscheinlich um eine klassische SEO-Linkquelle, wo SEOs ihre Links einfach unterbringen können (im Gegensatz zu anderen Quellen, wo Links als ernst gemeinte Empfehlung gesetzt werden). Auch dieses Wissen kann Google gut nutzen.

Die unweigerliche Konsequenz: Google kann nicht nur Backlinks aus SEO-Linkquellen entwerten (und damit erlangte Ranking-Vorteile eliminieren), sondern auch erkennen, wer überwiegend auf SEO-Linkquellen zurückgreift (und diese Seiten darüber hinaus auch noch algorithmisch abstrafen).

Auch dadurch gibt es bei der SEO-Arbeit neue Herausforderungen: SEOs müssen sich um möglichst exklusive Backlinks bemühen – d.h. aus Quellen, die andere SEOs nicht nutzen bzw. aus denen zumindest keine Links entwertet werden. Derartige Linkquellen haben meistens mindestens eine der folgenden Eigenschaften:

  • Sie haben bisher keine SEO-Links vergeben, weil sie Linksetzungen ablehnend gegenüber stehen oder bisher nicht verstanden haben. Dies bedeutet viel Überzeugungsarbeit und damit hohen Aufwand.
  • Die Backlinks sind zwar erreichbar, allerdings wird ein hoher Preis dafür verlangt, weshalb nur wenige auf diese Linkquelle zurückgreifen.
  • Die Websites stehen unter der eigenen Kontrolle. Der Aufbau von wertvollen Websites für ein Linknetzwerk ist jedoch überaus aufwändig – bzw. alternativ müssen bestehende Projekte teuer aufgekauft werden.

Fazit – Linkbuilding könnte noch anspruchsvoller, aufwändiger und teurer werden

In diesem Beitrag werden in Punkt 2 und 3 natürlich nur Möglichkeiten beschrieben. Bisher gibt es keine noch konkreten Anhaltspunkte, dass Google die erlangten Daten auf die beschriebene Weise verwendet.

Klar ist jedoch: Über das Link Disavowal Tool wird Google wertvolle Daten nutzen, die zur Bekämpfung von SEO-Linkbuilding genutzt werden könnten. Wer langfristig erfolgreich sein will, muss sich bereits jetzt schon mit der richtigen Strategie darauf einstellen.

Der Linkaufbau würde durch die Entwicklungen jedenfalls noch anspruchsvoller, aufwändiger und teurer werden. Und dies führt wiederum dazu, dass zunehmen Alternativen wie Content-Marketing ins Auge gefasst werden …

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